Für echte Freunde der alten Eiche
Das Eichendreieck auf dem Waldfriedhof Lauheide ist ein markanter Bereich, der sich durch seinen alten Eichenbestand auszeichnet. Die Eichen in diesem Areal sind mehrstämmig gewachsen, was auf die historische Nutzung der Region als Heidefläche hinweist. Früher wurde aus der Rinde dieser Eichen Lohe gewonnen, ein Gerbstoff für die Lederherstellung (*exakte Erkärung folgt unten). Nach dem Schälen trieben die Bäume erneut aus und entwickelten mehrere Stämme. Heute bietet das Eichendreieck eine besondere Atmosphäre der Ruhe und Besinnung. Die Kombination aus den charakteristischen Eichen und der naturnahen Gestaltung des Friedhofs macht diesen Bereich zu einem einzigartigen Ort des Gedenkens.
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Lohe ist gemahlene, grob zerkleinerte Baumrinde, besonders von der Stieleiche oder Traubeneiche. Sie enthält hohe Konzentrationen an Tanninen (pflanzliche Gerbstoffe), die das Tierhäuten entziehen von Wasser ermöglichen und das Kollagen in der Haut so verändern, dass es haltbar wird (= Leder). Der Tanningehalt in Eichenrinde liegt bei 8–20 %, je nach Art und Alter der Rinde.
Hauptsächlich zum pflanzlichen Gerben von Leder in der Grubengerbung (Langzeitgerbung in großen Bottichen) wurde Lohe verwendet. Die Häute wurden wochen- bis monatelang in Lohbrühen eingelegt. Lohe war ein begehrter Rohstoff, der sogar gewogen, gehandelt und besteuert wurde. Da die Eiche besonders viele Gerbstoffe enthält, ergab Eichenlohe besonders robustes, relativ wasserbeständiges Leder (z. B. für Sohlleder, Riemen, Zaumzeug). Andere Baumrinden (z. B. Fichte, Weide, Kastanie) wurden je nach Region auch genutzt, hatten aber teils geringeren Gerbstoffgehalt. Der Begriff „Lohmühle“ entstand, weil hier Mühlen entstanden, die die Rinde zerkleinerten und der „Lochgraben“ stand für die Grube für die Gerbung.

